Konzertdetails
Ein musikalisches Nachdenken über Leben, Vergänglichkeit und Trost
»Weltanschauung und Geisteshaltung des Reformationsjahrhunderts waren für Hugo Distler ein Idealbild. Werkideen, Besetzungen und Anlagen inspirierten den Komponisten, dessen Leben einige Parallelen zur Biografie Heinrich Schütz‘ aufweist. „Gemeinschaftsbindende Tendenzen“ und einen „kollektivistischen Zeitgeist“ der wiedererschlossenen frühen Barockmusik empfand Distler als ein Gegengewicht zu „jenen dunklen Jahrhunderten voller politischer, geistiger und religiöser Unruhe“, die sich in seiner Gegenwart spiegelten. Während Heinrich Schütz‘ Leben und seine Geistliche Chormusik von 1648 entscheidend vom Dreißigjährigen Krieg geprägt wurden, stand Distlers Leben im Zeichen der Erstarkung des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. Seine Geistliche Chormusik erschien in der Zwischenkriegszeit 1936 und wird für die Schütz-Expert:innen des Dresdner Kammerchors zum Reflexionspunkt zum 17. Jahrhundert.«
Veranstaltungsankündigung des Heinrich Schütz Musikfestes
Heinrich Schütz Musikfest
RENAISSANCE II: Heinrich Schütz und Hugo Distler im Schatten des Krieges
Werke von
- Hugo Distler 1908–1942
- Heinrich Schütz 1585–1672
- Günter Raphael 1903–1960
u.a.
- Dresdner Kammerchor
- Hans-Christoph Rademann Leitung
TERMIN
Mi 07. OKT 2026 / 19:00 / Dresden / Annenkirche
TICKETS
finden Sie auf der Webseite des Heinrich Schütz Musikfestes
PROGRAMM
- Günter Raphael (1903–1960) – Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen
- Heinrich Schütz (1585–1672) – Unser keiner lebet ihm selber (SWV 374)
- Hermann Grabner (1886–1969) – Der Tod ist groß
- Hugo Distler (1908–1942) – Totentanz (aus »Geistliche Chormusik«)
- Heinrich Schütz – Die mit Tränen säen (SWV 378)
- Hugo Distler – In der Welt habt ihr Angst (aus »Geistliche Chormusik«)
- Johannes Drießler (1921–1998) – Seid getrost, Wohl dem und Herr, deine Güte (aus Spruchmotetten op. 14)
- Helmut Bornefeld (1906–1990) – Wenn im Unendlichen
- Heinrich Schütz – Selig sind die Toten (SWV 391)
Biografien
Dresdner Kammerchor
Strahlend, transparent, homogen und flexibel: Für seine einzigartige Klangkultur wird der Dresdner Kammerchor international geschätzt. Der Künstlerische Leiter Hans-Christoph Rademann prägt diesen unverwechselbaren Klang seit der Gründung 1985 und führte den Chor zu weltweitem Renommee.
Hans-Christoph Rademann
Als Chorklangspezialist gehört Hans-Christoph Rademann zu den gefragtesten Dirigenten weltweit. Mit seiner Arbeit setzt er Maßstäbe für die historisch informierte, zeitgemäße Interpretation barocker Vokalmusik: transparent, lebendig und textorientiert. Er ist Gründer und Künstlerischer Leiter des Dresdner Kammerchores.