Konzertdetails

Würde und Gedenken
Vor genau 75 Jahren brannten in Deutschland in der Nacht vom 9. zum 10. November unzählige Synagogen. Hunderte Juden starben, 30.000 wurden in Konzentrationslager gebracht. Die Pogromnacht markiert den fatalen Auftakt der bürokratisch organisierten und industriell durchgeführten Ermordung der europäischen Juden. Den Opfern einen würdevollen Platz in unserem kollektiven Gedächtnis zu bewahren ist das Anliegen, das sich mit den traditionellen Gedenkkonzerten des Dresdner Kammerchores verbindet. Und die Aufführungen sind immer auch Mahnzeichen für die Gegenwart und Zukunft. Dabei kann uns die ältere Geschichte als Spiegel dienen, wie die Kompositionen Salomone Rossis (um 1570–um 1639) und die literarische Verarbeitung der Lebensgeschichte des Rabbi Manasseh eindrucksvoll belegen. Denn da entdecken wir jenes destruktive Denken radikaler Freund-Feind-Unterscheidungen, die bis zu den Totalitarismen des 20. und 21. Jahrhunderts wirkmächtig sind.


Salome Rossi (um 1570–1639)
Hashirim ´asher Iishlomo

Robert Menasse (*1954)
Die Vertreibung aus der Hölle (Roman)

Ulrich Pleitgen, Lesung

Sarah Perl, Violone
Michaela Hasselt, Orgel

Dresdner Kammerchor
Hans-Christoph Rademann, Leitung


TERMIN
09.11.2013, 19 Uhr, Dresden (Martin-Luther-Kirche)
Gedenkkonzert für die Opfer der Pogromnacht 1938

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